Freie Christen für den Christus der Bergpredigt

Fordern Sie die deutschen Politiker dazu auf, das

Sehr geehrter Herr Papst,

der deutschen Presse konnte ich entnehmen, dass Sie sich in Ihrer Rede vor Jugendlichen in Turin zur Waffenindustrie äußerten: „Wer Waffen herstellt oder in die Waffenindustrie investiert, kann sich nicht ernsthaft als Christ bezeichnen“ sollen Sie gesagt haben.

Dies so klar und unumwunden auszudrückend finde ich außerordentlich mutig und erfreulich, denn auch für mich ist die Lehre des Jesus von Nazareth in dieser Frage eindeutig: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“ Jesus lehrte die Feindesliebe und die Versöhnung und daher ist sein Name – wie Sie völlig zu Recht fordern - nicht mit Waffen und Waffenproduktion in Verbindung zu bringen.

Wie Sie sicher wissen, ist Deutschland viertgrößter Waffenexporteur der Welt und lässt, trotz gegenteiliger Versicherungen, auch immer wieder Waffen in Konfliktgebiete gelangen. Die Partei, die dies mit zu verantworten hat und somit zu den „Investoren“ der Waffenindustrie gezählt werden müssen, trägt das „C“ für „christlich“ in ihrem Namen.

Mir ist ein großes Anliegen, dass der gute Name „christlich“ nicht mit unchristlichen Machenschaften in Verbindung gebracht wird, also auch nicht mit Waffen und Krieg. Offenbar teilen Sie dieses Anliegen. So bitte ich Sie hiermit: Machen Sie von Ihrem Einfluss Gebraucht und fordern Sie die deutschen Politiker der CDU / CSU dazu auf, das „C“ für „christlich“ aus Ihrem Parteinamen zu entfernen.

Des weiteren fordere ich Sie hiermit dazu auf, für die Untermauerung Ihrer pazifistischen Aussage nicht nur die Herstellung, sondern auch den Gebrauch von Waffen öffentlich als das zu bezeichnen, was es ist: unchristlich! Denn sicher ist Ihr Ansinnen nicht, dass künftig Moslems, Hindus oder Buddhisten Waffen produzieren, die dann z.B. von Christen zum Töten verwendet werden.
Bitte rufen Sie also dazu auf, dass auch derjenige, der Waffen benutzt und Menschen tötet, sich nicht länger christlich nennen darf.
Auch fordere ich Sie dazu auf, sich von Ihrem Vorgänger Benedikt XVI öffentlich zu distanzieren, der im Jahr 2004 ausdrücklich vor dem Pazifismus warnte und ihn als unchristlich ablehnte.
Und bitte distanzieren Sie sich ebenso von all ihren Vorgängern, die zu Kreuzzügen aufriefen oder in späteren Jahrhunderten die Despoten dieser Welt in ihrem kriegerischen Treiben unterstützt haben.

Ich bitte Sie um eine Stellungnahme zu Ihrem weiteren Vorgehen. Sollten Ihrer Äußerung zu unchristlichen Waffengeschäften keine Taten folgen, dann, denke ich, sollten auch Sie sich nicht länger „christlich“ nennen.